
Mit Out-of-Home-Medien erreicht man die Masse der Bevölkerung, zumal sie lokal und zielgruppenspezifisch steuerbar sind. Sie unterstützen ideal die übrigen klassischen Medien wie Print und TV und sorgen für eine starke Durchdringung der Werbebotschaft - an der Bushaltestelle oder an der Ampel auf dem Weg zur Arbeit, in der Fußgängerzone und im Wohngebiet. Das ist der große Vorteil der Out-of-Home-Medien, sie erreichen die Menschen nämlich dort, wo sie tagsüber sind: unterwegs. Sie füllen die Lücke, die durch die zunehmende Mobilität und das begrenzte Zeitbudget gerade der besser verdienenden und besser gebildeten mobilen Menschen in der Mediennutzung entsteht. Sie liefern in kurzer Zeit eine hohe Kontaktzahl, verstärken die Lerneffekte, indem sie die Markenwelten aus den TV-Spots des Vorabends aufnehmen und tagsüber in den Köpfen der Konsumenten verankern. Out-of-Home-Medien verknüpfen somit die In-Home-Werbung mit dem POS, steigern die Visibility der Marke und laden sie positiv auf. Sie sind das Medium für die mobile Gesellschaft.
Die aktuelle Innovation beim Plakat ist die Variation des Themas „große Formate": das 36/1-Format ergänzt das Spektrum von18/1-Tafeln, Megalights / Citylight-Boards und Super- und Riesenpostern. Eingefahrenes oder Alltägliches verliert immer mehr an Durchschlagskraft; Unternehmen verbinden ihre Inszenierungen zunehmend mit innovativen Maßnahmen; speziell Jüngere schätzen besonders Innovationen bei den interaktiven Postern, wie z.B. bewegte Bilder, Kommunikation mit dem Handy, Geräusche, Töne und Duft - siehe hierzu die nebenstehende Tabelle zeigt. Auch die Integration von RFID-Tags bzw. Infrarot- oder Bluetooth-Schnittstellen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Der Markt für Out-of-Home-Medien, der Markt für Digital Signage wird in den nächsten Jahren zweistellig wachsen und den traditionellen Medien gleichbedeutend sein. Einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren dafür wird sein: Content - Content Creation, Content Management, Content Distribution. Dies wird den Application Service Providers (ASPs) wieder zu einem neuen Aufschwung verhelfen.
Werbung ist grundsätzlich mit Streuverlusten verbunden - das entscheidende Kriterium für Unternehmen ist es daher, ihre jeweiligen Zielgruppen bis zum Zeitpunkt des Kaufentscheides mit ihrer Botschaft zu überzeugen. Klassische Promotion in Geschäften ist oft zu starr, um den potentiellen Kunden zu überzeugen. Genau hier setzt das "Digitale Plakat" an: Es ermöglicht am Point of Sale (POS) - im Geschäft oder im Schaufenster - aktuelle Informationen in PC-, Video- und TV-Formaten, Werbung oder Entertainment über Projektionen auf spezielle Projektionsflächen wie Leinwände oder Glasscheiben. Gezielt eingesetzte Animationen durch Visualisierung und Sound schaffen eine aktive Erlebniswelt, erhöhen damit die Kundenaufmerksamkeit und die Werbewirkung enorm. Außerdem können Unternehmen ihr Werbeangebot schnell und kostengünstig auf spezielle Aktionen oder saisonale Themen ausrichten.
Die „kluge Werbetafel" ist ein Beispiel für eine neu ausgerichtete, intelligente Informationsvermittlung. Das Ziel ist die Berücksichtigung der aktuellen Situation in der Umgebung der Werbetafel und die entsprechende punktgenaue Anpassung der zu präsentierenden Inhalte. Dafür ist die Werbetafel mit Sensoren ausgestattet, die Veränderungen in ihrer Umgebung wahrnehmen und somit den Kontext der Tafel erfassen. Hier werden robuste und einfache Sensoren wie Mikrofone, Kameras oder Infrarotemitter verwendet, aber auch die Tageszeit oder Randbedingungen tragen zum Werbetafel-Kontext bei. Im laufenden Betrieb filtert die Anwendung in Abhängigkeit dieses Kontextes passende Inhalte heraus, wählt den besten aus und zeigt ihn an. Die gezielte Ausrichtung der Präsentation von Inhalten auf die Situation erhöht den Mehrwert von Informationsdiensten deutlich. Die Werbetafel findet zunehmend Anwendung in Schaufenstern, Kaufhäusern, Flughäfen und Bahnhöfen.
Ein aktueller Trend ist die Markeninszenierung auf Riesenpostern, weil sie ungeheure Aufmerksamkeit erreicht. Dazu kommt der Trend zur zunehmenden Interaktivität der Medien. Schon heute gibt es Plakate, die bei Annäherung akustisch mit Passanten Kontakt aufnehmen, Düfte versprühen oder - über eine abgebildete Telefonnummer - per SMS Informationen zum Produkt verschicken oder Distributionsstellen im näheren Umfeld nennen. Zudem gibt es bereits Feldversuche mit elektronischen Außenwerbe-Terminals mit eigenem ISDN-Anschluss, über die Informationen zu Angeboten abgerufen und sogar Buchungen vorgenommen werden können. Bereits seit Ende des Jahres 2000 konnten sich Konsumenten in New York im Vorbeigehen Informationen von den 100 Werbedisplays der Banana Republic Shop-Handelskette auf ihr mobiles Gerät herunterladen oder über die „Beam to a Friend"-Funktion an ein anderes Handy weiterleiten. Bereits damals war man davon überzeugt, dass „solche erweiterten Werbemöglichkeiten die Außenwerbung in den USA und Europa revolutionieren wird". Seit Mitte August 2004 die BMW Group sog. „BMW Activity Stations" ein, an denen sich PDA-Besitzer Informationen zum BMW X3 auf ihre eigenen Geräte laden können. Mit dieser Activity Station soll das Marketing für den neuen BMW X3 unterstützt werden. Als absolute Neuheit kann die Activity Station nicht nur Daten senden, sondern gleichzeitig auch Visitenkarten digital empfangen. Die Downloadzahlen werden automatisch registriert. Damit eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten für das interaktive Dialogmarketing. In der ersten Stufe wurde über die BMW Activity Station der BMW X3 Viewer übertragen. Der Interessent kann sich per Touch-on durch ein Menü klicken. Mit dem BMW X3 Viewer kann er das neue Fahrzeug von allen Seiten betrachten sowie das Navigationssystem öffnen und die Funktionen der Allradinnovation „xDrive" kennenlernen. Eine Ausweitung der BMW Activity Stations auf die BMW X3 Challenge sowie ein PDA-Spiel sind die nächsten Schritte gewesen. Zu Zwecken der Öffentlichkeitsarbeit setzt die Royal Navy seit September 2005 40 Zoll große Designerdisplays ein, über die sich interessierte „Landratten" an Bord über die Missionen, Ziele und Aktivitäten der englischen Marine informieren können.
Die Liste erfolgreicher Beispiele ließe sich noch unendlich weiterführen - lesen Sie dazu mehr demnächst im „MediaCityReport 2005/06".