Smarte Hoflogistik für KMU: Wie der Spreenhagener Vermehrungsbetrieb bezahlbar, sicher und schnell automatisiert
Der Lieferverkehr reißt nicht ab: Unzählige Transporte kommen und gehen täglich, besetzt mit Fahrern aus den verschiedensten Ländern, die alle unterschiedliche Anlaufpunkte ansteuern. Wie lässt sich dieses logistische Puzzle effizient, fehlerfrei und absolut sicher steuern, wenn die Zufahrt weit entfernt vom Hauptgebäude liegt und unbesetzt ist?
Die Spreenhagener Vermehrungsbetrieb für Legehennen GmbH (bekannt unter der Traditionsmarke Landkost) stand genau vor dieser logistischen Herausforderung. Gemeinsam mit friendlyway hat das Unternehmen seine Hoflogistik automatisiert und gezeigt, wie leistungsstark einfache Lösungen für mittelständische Betriebe sein können.
Das Kundenprofil
Die Spreenhagener Vermehrungsbetrieb für Legehennen GmbH ist ein führendes und traditionsreiches Unternehmen in der Geflügelzucht und Agrarwirtschaft. Unter dem bekannten Markendach „Landkost“ steht der Betrieb für höchste Qualität, Frische und lückenlose Zuverlässigkeit.
Am stark frequentierten Betriebsstandort Bestensee herrscht kontinuierlicher Lieferverkehr. Um die strengen Sicherheitsstandards der Branche zu wahren und gleichzeitig den Warenfluss zu beschleunigen, war eine moderne, strukturierte Steuerung des gesamten Betriebsverkehrs gefragt.

Die Herausforderung
Ein weitläufiges Gelände, eine geschlossene Tor- und Schrankenanlage und eine unbesetzte Zufahrt in weiter Entfernung zum Hauptgebäude – das sind die klassischen Zutaten für logistische Nadelöhre und zeitintensive Abstimmungen.
Bevor die digitale Lösung zum Einsatz kam, brachte der tägliche Transportverkehr einige Probleme mit sich:
- Sprachbarrieren und Vielfalt: Lieferanten, Handwerker und Dienstleister sprechen verschiedene Sprachen und müssen je nach Anlieferungstyp völlig unterschiedliche Positionen auf dem unübersichtlichen Gelände anfahren.
- Manueller Aufwand an der Schranke: Das manuelle Öffnen von Tor und Schranke bei der Ein- und Ausfahrt kostete wertvolle Zeit – insbesondere, da vor Ort kein dauerhaftes Personal platziert werden konnte.
- Wiederkehrender Verkehr: Viele Fahrer steuern den Betrieb regelmäßig an. Jedes Mal den identischen Anmeldeprozess zu durchlaufen, bremste die Abfertigung unnötig aus.
- Infrastruktur im Wandel: Die gesamte Einfahrtssituation mit Toren und Schranken befand sich bei Projektstart noch im Bau – es musste also in ein „Moving Target“ hineinentwickelt werden, das absolute Flexibilität bei der technischen Anbindung verlangte.
Die Ziele für dieses Automatisierungsprojekt waren daher von Beginn an klar definiert:
- Kosteneffiziente Gesamtlösung: Es wurde ein schlankes System gesucht, das ohne ein kostspieliges und hochkomplexes Zutrittskontrollsystem auskommt.
- Vollautomatische Zufahrt: Das Ziel war eine intelligente Zufahrtssteuerung, die komplett autonom, unbesetzt und ohne personellen Mehraufwand im Alltag funktioniert.
- Flüssiger Verkehrsfluss: Prozesse wie die Kennzeichenerkennung und die Freigabe von Tor und Schranke sollten nahtlos in Echtzeit ineinandergreifen, um LKW-Schlangen zu verhindern.
- Smarte Fahrer-Orientierung: Trotz des unübersichtlichen Geländes sollte jeder Fahrer nach dem Check-in sofort wissen, wo er hin muss.
Die Lösung
Die Antwort auf diese Herausforderungen liegt in der intelligenten Verknüpfung von robuster Outdoor-Hardware und der flexiblen friendlyway Cloud Platform. Statt auf ein kostspieliges und starres Zutrittskontrollsystem zu setzen, wählten friendlyway und der Kunde einen genialen, pragmatischen Integrationsansatz: die direkte Schranken- und Torsteuerung via Shelly-Relais. Dies macht das Projekt zu einem absoluten Vorzeige-Usecase für kleine und mittelständische Betriebe.
Die eingesetzte Hardware
- Outdoor-Kiosk (43 Zoll): Direkt in einer Parkbucht vor der Schranke platziert, ist dieses wetterfeste Großdisplay der zentrale, unübersehbare Anlaufpunkt für alle Fahrer.
- Anbindung der bestehenden Dahua-Kameras zur KFZ-Kennzeichenerkennung: Das System nutzt die vorhandenen Kameras an Einfahrt und Ausfahrt für eine vollautomatische Erfassung der Fahrzeuge.
Die installierte friendlyway-Software & smarte Features
- Self-Check-in-Lösung: Die intuitive Benutzeroberfläche führt die Fahrer sicher und Schritt für Schritt durch die Anmeldung.
- Mehrsprachiges Auswahlmenü: Fahrer wählen zu Beginn unkompliziert ihre Muttersprache, was Missverständnissen und Verzögerungen vorbeugt.
- Telefonie-Funktion: Nach der Anmeldung am Terminal wird automatisch eine Verbindung zur Zentrale hergestellt. Offene Fragen? Diese lassen sich so sofort im persönlichen Gespräch klären.
- Dynamische Wegfindung (Wayfinding): Nach dem erfolgreichen Check-in zeigt das Terminal als Abschlussbild eine dynamische, visuelle Wegbeschreibung direkt auf dem Screen. Der Fahrer weiß sofort, welche Ladestation oder Position er auf dem unübersichtlichen Gelände ansteuern muss.
- Kennzeichenerkennung und Schrankensteuerung: Die friendlyway-Software übermittelt die Daten sofort an das System. Sobald der Fahrer vorfährt, erkennt die Kamera das Kennzeichen und die Schranke öffnet sich wie von Zauberhand. Da die Genehmigung jeweils am Folgetag abläuft, bleibt das Gelände maximal geschützt.

Das Highlight: Schrankensteuerung via Shelly-Relais
Anstatt das System an ein teures, starres IT-Zutrittskontrollsystem anzubinden, lösten friendlyway-Experten die physische Öffnung von Tor und Schranke genial einfach und kostengünstig: über eine direkte Anbindung mittels smarter Shelly-Relais.
Dies macht die Lösung zum perfekten Vorzeigemodell für mittelständische Unternehmen, die ohne teuren IT-Overhead automatisieren möchten.

Die Projektphasen
Ein Projekt dieser Größenordnung erfordert ein strukturiertes und transparentes Vorgehen. Die gesamte Lösung wurde in einem klar definierten Zyklus implementiert, der sicherstellte, dass alle Anforderungen präzise erfüllt wurden:
- Kick-off & Anforderungsaufnahme: friendlyway hat mit dem Team des Spreenhagener Vermehrungsbetriebs die genauen Anforderungen definiert, die verschiedenen Besuchertypen sowie Workflows festgelegt und alle technischen Rahmenbedingungen geklärt – vom Netzwerk über die Hardware-Standorte bis hin zur Kameraintegration.
- Konfiguration & Integration: Im nächsten Schritt wurde die friendlyway-Plattform maßgeschneidert für den Kunden eingerichtet. Dazu gehörten übersichtliche Einladungsvorlagen und die passenden Check-in-Workflows.
- Testing: Qualität steht an erster Stelle. Gemeinsam wurden alle Abläufe und Szenarien im Detail durchgespielt, wertvolles Feedback direkt eingearbeitet und die Dahua-Kamera-Integration intensiv getestet und feingetunt.
- Go-live & Schulung: Nach dem erfolgreichen Testlauf ging das System offiziell live. Die zuständige Ansprechpartnerin vor Ort wurde umfassend eingewiesen, sodass die Plattform ab Tag eins perfekt und sicher im Alltag genutzt werden konnte.
Das Ergebnis
Das Projekt ist ein voller Erfolg: Der Spreenhagener Vermehrungsbetrieb verfügt nun über eine vollkommen automatisierte Hoflogistik.
- Zeitgewinn dank Automatisierung: Die Zufahrt steuert sich komplett ohne Personal. Das entlastet die internen Teams spürbar von repetitiven Kontrollaufgaben.
- Sichere Zufahrt per Kennzeichen-Abgleich: Lieferanten und Dienstleister schätzen den flüssigen Ablauf. Am Kiosk anmelden, Kennzeichen hinterlegen, vorfahren – und das Tor öffnet sich. Nur Fahrzeuge, die frisch am Kiosk registriert sind, werden durchgelassen. Da die Genehmigung am nächsten Tag erlischt und sich jeder Fahrer neu anmelden muss, behält der Betrieb jederzeit die volle Kontrolle darüber, wer sich auf dem Hof befindet. Unbefugtes Befahren ist damit absolut ausgeschlossen!
- Sichere Orientierung: Dank der dynamischen Weganzeige direkt nach dem Check-in gehören Irrfahrten auf dem Gelände der Vergangenheit an. Jeder Lkw und jeder Dienstleister findet sofort auf direktem Weg zu seinem Bestimmungsort.
- Maximale Wirtschaftlichkeit: friendlyway fügte sich nahtlos in die bestehende Infrastruktur ein. Die eigentliche Schrankensteuerung verblieb dabei vollständig beim kundenseitigen System aus Dahua und Paxton. friendlyway übermittelt die erfassten Kennzeichen einfach an das bestehende Zutrittskontrollsystem. Das Praxisbeispiel zeigt: Erstklassige Automatisierung kann ganz ohne aufwändige Zusatzinstallationen wirtschaftlich attraktiv realisiert werden.
Unsere Tipps für Ihr Projekt
Was lernen wir aus diesem erfolgreichen Praxisbeispiel?
Einfachheit gewinnt
Manchmal liegt die beste Lösung in der Einfachheit. Wenn Sie vor einem ähnlichen Integrationsprojekt stehen, setzen Sie auf Pragmatismus statt auf überladene und teure Systeme. Eine direkte Anbindung an Schranken via Kennzeichenerkennung bietet Ihnen maximalen Nutzen bei überschaubaren Investitionen.
Bauliche Puffer einplanen
Unser zweiter Rat betrifft die Projektstruktur: Planen Sie bei Bauarbeiten und Fundamenten vor Ort immer einen flexiblen zeitlichen Puffer ein – bauliche Maßnahmen dauern in der Praxis oft länger als gedacht.
Die IT von Anfang an einbinden
Ein echter Katalysator beim Spreenhagener Vermehrungsbetrieb war der engagierte Projektsponsor aus der IT-Abteilung. Wenn die hauseigene IT das Vorhaben von Anfang an federführend treibt, läuft die gesamte Systemintegration spürbar schneller und reibungsloser ab.
Holen Sie Ihre technischen Experten deshalb am besten direkt beim Start mit ins Boot. Sobald sie sehen, wie unkompliziert sich die friendlyway Cloud Platform anbinden lässt, haben Sie die perfekten Partner für eine zielführende Umsetzung an Ihrer Seite.
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